GRESSER K9 ADJ. GROSS PROFIT

Adjusted Gross Profit und Gross Loss

Der Adjusted Gross Profit stellt den angepassten voraussichtlichen Gesamtgewinn des Handelssystems dar. Der Korrekturfaktor ergibt sich aus der Gesamtzahl an Gewinn- Trades. Es ist logisch, dass ein System mit einer hohen Handelsfrequenz und entsprechend mehr Trades ein realistisches Ergebnis repräsentiert. Den Ergebnissen kann eher Vertrauen geschenkt werden. Der Korrekturfaktor fällt dann entsprechend der Berechnungsmethode nicht mehr so stark ins Gewicht. Mit ihm sollen statistische Ausreißer ein wenig geglättet werden. Das Ergebnis bedeutet eine vorsichtige Schätzung und liegt stets unter dem berechneten Gross Profit. Im Beispiel, das lediglich aus sechs Trades, drei davon wurden mit Gewinn abgeschlossen, besteht, hat dieser Korrekturfaktor einen enormen Einfluss auf das Gesamtergebnis. Während der normal berechnete Gross Profit 1.445 Euro beträgt, hat er nun nur noch eine Höhe von 610,73 Euro. Später wird ein Beispiel folgen, an dem der Einfluss der Anzahl an Trades noch einmal aufgezeigt wird.






Die hinter der Bildung des Adjusted Gross Profit stehende Idee ist, dass der Quotient:
1/(Wurzel n) gegen »0« konvergiert. Dies bedeutet, dass der Faktor bei einer großen Anzahl von Trades immer kleiner wird und damit das Durchschnittsergebnis immer weniger beeinflusst. Im Extremfall nimmt der Adjustierungsfaktor den Wert »1« an, womit er Adjusted Gross Profit dem »einfachen« Gross Profit entspricht. Außerdem wird mit dieser Berechnung ein direkter Vergleich mit Adjusted Gross Loss erst möglich.




Im Folgenden wird die Berechnung des Adjusted Gross Profit noch einmal in einer Formel dargestellt (bezogen auf alle Trades).






Ebenso wie der Adjusted Gross Profit stellt auch der Adjusted Gross Loss eine vorsichtige Größe dar. Während Gewinne kleiner als aufgetreten gerechnet werden, werden Verluste größer gemacht, als sie eigentlich aufgetreten sind.




Der durchschnittliche Verlust wird berechnet, indem der Gesamtverlust durch die Anzahl der Verlust-Trades dividiert wird. Dieser beträgt im Beispiel –47 Euro, und er ergibt sich aus den gesamten im Handelsverlauf aufgetretenen Verlusten dividiert durch die Anzahl an Verlust-Trades. Der Korrekturfaktor errechnet sich aus der Anzahl der getätigten Trades plus der Wurzel aus den getätigten Trades. Schlussendlich erfolgt eine Multiplikation des Korrekturfaktors und dem durchschnittlichen Verlust. Ergebnis ist im Beispiel –160,47 Euro, das heißt, im schlimmsten Fall muss bei der wiederholten Anwendung des Handelssystems mit einer Summe der Verluste in dieser Höhe gerechnet werden. Es wird eine Art Worst-Case-Szenario beschrieben. Durch die Summierung der Anzahl an Trades und dessen Wurzel ergibt sich stets ein größerer adjustierter Verlust im Vergleich zum reinen Gross Loss. Mit steigender Anzahl an Trades nimmt, genau wie beim Adjusted Gross Profit, der Einfluss des Korrekturfaktors ab.




Warum wird beim Gross Profit die Wurzel aus der Anzahl an Trades abgezogen und beim Gross Loss hingegen zur Anzahl an Trades hinzuaddiert? Dies wird wie bereits erläutert aus Gründen der Vorsicht gemacht. Zukünftige Gewinne sollen im Zweifelsfall eher als zu niedrig als zu hoch angesetzt werden, künftige Verluste hingegen eher als zu hoch als zu niedrig. So besteht nicht die Gefahr, sich unberechtigterweise reich zu rechnen, wenn man sich in der Entwicklungsphase eines automatisierten Handelssystems befindet.




Im Folgenden wird die Berechnung des Adjusted Gross Loss noch einmal in einer Formel dargestellt (bezogen auf alle Trades).




Exkurs – Analyse automatisiertes Handelssystem K9

Die bereits berechneten Werte für den Adjusted Gross Profit und das Adjusted Gross Loss für den Betrachtungszeitraum, in dem das automatisierte Handelssystem K9 ausgewertet wurde, werden nun in die Performance-Übersicht implementiert.




1. Beispielvergleich

Anhand von einfachen fiktiven Zahlenwerten soll die Bedeutung der Anzahl von Trades auf den Gross Profit verdeutlicht werden.

a) Anzahl an Gewinn-Trades: drei
Gross Profit: 3.000 Euro
durchschnittlicher Gewinn: 1.000 Euro




b) Anzahl an Gewinn-Trades: 100
Gross Profit: 3.000 Euro
durchschnittlicher Gewinn: 30 Euro




Der Adjusted Gross Profit wurde in Beispiel a) unter Beachtung von drei Gewinn-Trades berechnet. Der Gross Profit beträgt 3.000 Euro. Dadurch ergibt sich ein durchschnittlicher Gewinn pro Trade von 1.000 Euro. Es ist zu erkennen, dass der Abschlag des Gross Profit auf den adjustierten Wert sehr groß ist. Er beträgt fast 60 Prozent. Dies muss so sein, denn wie beschrieben kann das System aus drei Trades noch nicht als ausreichend bewertet bezeichnet werden. Rein zufällige Ergebnisse könnten den Gross Profit bestimmt haben.

In Beispiel b) wurde der Adjusted Gross Profit unter der Prämisse von 100 durchgeführten Gewinn-Trades berechnet. Der Gross Profit wird ebenfalls mit 3.000 Euro angenommen. Damit ergibt sich ein Wert des durchschnittlichen Gewinns pro Trade von 30 Euro. Der Adjusted Gross Profit beträgt nun 2.700 Euro. Dies entspricht einem Abschlag von zehn Prozent auf den tatsächlich aufgetretenen Gross Profit. Bei den 100 Trades besteht bereits eine relativ hohe statistische Signifikanz. Deswegen müssen die erwarteten Gewinne nicht so stark von den Durchschnittswerten abweichen.


2. Beispielvergleich

Anhand von einfachen fiktiven Zahlenwerten soll die Bedeutung der Anzahl von Trades auf den Gross Loss verdeutlicht werden.

a) Anzahl an Verlust-Trades: drei
Gross Loss: 3.000 Euro
durchschnittlicher Verlust: 1.000 Euro




In diesem Beispiel wird genau mit den auch für das Adjusted Gross Profit verwendeten Daten gerechnet. Wichtig ist hier ein Vergleich des Adjusted Gross Loss mit dem Gross Loss. Da wir mit Verlusten rechnen, werden diese größer dargestellt als von unserem Handelssystem ausgegeben. In diesem Fall von drei Verlust-Trades entspricht dies einem Aufschlag von fast 60 Prozent. Das Adjusted Gross Loss beträgt 4.730 Euro gegenüber dem gegebenen Gross Loss von 3.000 Euro. Begründet wird dies mit der mangelnden statistischen Signifikanz der Ergebnisse bei nur wenigen Trades.

b) Anzahl an Trades: 100
Gross Loss: 3.000 Euro
durchschnittlicher Verlust: 30 Euro




In dem Beispiel mit 100 Trades kann nicht mehr von mangelnder statistischer Bestätigung gesprochen werden. Nach 100 Trades hat sich das Handelssystem als stabil herausgestellt. Deswegen ist auch nur ein kleiner Aufschlag von zehn Prozent auf das ursprüngliche Gross-Loss-Resultat die Folge.


3. Vergleich Adj. Gross Profit und Adj. Gross Loss

Die Berechnungen von Adjusted Gross Profit und Adjusted Gross Loss ähneln sich sehr. Bei Ersterem wird der Korrekturfaktor, der sich aus der Wurzel der Trades ergibt, abgezogen. Bei Verlustberechnungen wird er hinzugerechnet. Aufgrund des Prinzips der vorsichtigen Schätzung aller Ergebnisse ergeben sich bei einer Anzahl von 50 bis 100 Trades sinnvolle Ergebnisse. Handelssysteme, die in ihrem Betrachtungszeitraum eine kleinere Anzahl aufweisen, sind als noch nicht ausreichend erprobt anzusehen.

Adjusted Gross Profit und Adjusted Gross Loss leiten auch hier zum Adjusted Profit Factor über.


Adjusted Net Profit und Profit Factor






Im ursprünglichen Beispiel ergibt sich ein Adjusted Net Profit von 450,26 Euro. Der Adjusted Net Profit findet nur der Vollständigkeit halber Erwähnung. Er ist genauso wenig aussagekräftig wie der Net Profit.








Mit den Zahlen aus dem ursprünglichen Beispiel ergibt sich ein Adjusted Profit Factor von 3,81. In seine Berechnung sind der Adjusted Gross Profit und der Adjusted Gross Loss eingegangen. Da diese auf nur wenigen Trades beruhten, hat der Korrekturfaktor entsprechend großen Einfluss ausgeübt. Der »normale« Profit Factor hatte einen Wert von 15,37 angenommen. Bei einem Profit Factor, der sich unter eins befindet, sind die Verluste größer als die Gewinne. Ein Handelssystem mit einem solchen Wert sollte aus dem Handel herausgenommen werden. Im Beispiel bedeutet dies, dass man für jeden Euro, den man verliert, im Gegenzug 3,81 Euro an Gewinn zurückerhält.




Exkurs – Analyse automatisiertes Handelssystem K9

Im Folgenden werden der Adjusted Profit Factor sowie der Adjusted Net Profit für den Betrachtungszeitraum des automatisierten Handelssystems K9 berechnet.




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