-Handelssysteme K9-
U. Gresser, Finanzbuchverlag
-Trading mit CFDs-
U. Gresser, Finanzbuchverlag
-Investment Style-
U. Gresser, Gabler Verlag
Der Maximum Intraday Drawdown wird berechnet, indem man sich die höchste Spitze in der Eigenkapitalentwicklung heraussucht. Davon wird der folgende tiefste Punkt abgezogen. Die Differenz ist der Maximum Drawdown.
function pol3(el) {return el.offsetLeft + (el.offsetParent ? pol3(el.offsetParent) : 0);} function pot3(el) {return el.offsetTop + (el.offsetParent ? pot3(el.offsetParent) : 0);} function s3(a,x,y) {oa=document.getElementById(a);oim=document.getElementById('im3'); if (!oa.cp) {xim=pol3(oim); xa=pol3(oa); oa.style.left=xim-xa+x+'px'; yim=pot3(oim); ya=pot3(oa); oa.style.top=yim-ya+y+'px'; oa.cp=1;}; oa.style.visibility='visible';} function h3(a) {document.getElementById(a).style.visibility="hidden";}
Es wird in zwei verschiedene Arten vom maximalen Drawdown unterschieden: den Closed Trade Drawdown und den Open Trade Drawdown.
Der Closed Trade Drawdown ist der Drawdown, der am Ende des Trades als Verlust verbleibt. Dies entspricht dem wirklichen vom Handelssystem produzierten Eigenkapitalabschlag. Es ist aber auch möglich, die Schwankungsbreite (Volatilität) der einzelnen Zeiteinheiten als maximalen Drawdown zu betrachten. Die dahinterstehende Idee ist, dass bei Long-Positionen eine Position am Höchstkurs einer Zeiteinheit eröffnet wird und anschließend das maximale Verlustpotenzial gemessen wird, indem angenommen wird, die Position werde auf dem Tiefstkurs der Zeiteinheit wieder verkauft. Dadurch wird die vollständige Länge einer Kerze als Verlustpotenzial erhalten. Äquivalent finden bei Short-Positionen der Verkauf am Tiefstpunkt der Zeiteinheit und deren Eindeckung am Höchstpunkt statt. Das Ergebnis für beide Positionen ist die Risikomesszahl »Volatilität «, die mit der Anzahl der Aktien multipliziert werden muss, um den höchstmöglichen Verlustbetrag der Zeiteinheit zu berechnen. Anzumerken wären noch mögliche Kurslücken, die zum maximalen Drawdown hinzugerechnet werden müssen.

Der Open Trade Drawdown bezieht sich auf die Kapitalverminderung in einem Trade, der noch nicht beendet wurde. Verluste können hier auch wieder aufgeholt werden. Folgendes Beispiel soll dies verdeutlichen: 100 Microsoft-Aktien sind im Besitz des Marktakteurs. Sie notieren zurzeit glatt bei 30 Euro. Nun erfolgt eine Herabstufung der Aktie durch einen Analysten. Sie fällt auf 25 Euro. Dies ergibt einen Verlust in Höhe von 500 Euro. Es wird angenommen, dass das Handelssystem die Position noch nicht ausstoppt. Am nächsten Tag melden sich zahlreiche andere Analysten zu Wort, die meinen, dass Microsoft eindeutig unterbewertet sei, und sprechen Kaufempfehlungen aus. Sie steigt auf 28 Euro. Die Aktien werden verkauft. Damit wird ein Closed Trade Drawdown von 200 Euro erzielt. Dies entspricht dem realisierten Verlust der Position. Die 500 Euro, die die Position zwischenzeitlich im Minus gewesen war, sind der Open Trade Drawdown.
Professionelle Handelsplattformen wie TradeStation berechnen beide Varianten des Maximum Drawdown und stellen diese gegenüber. Die Aussagefähigkeit des Maximum Intraday Drawdown ist jedoch ähnlich dem Total Net Profit relativ begrenzt. Da nicht bekannt ist, welche Position mit welchem Kapitalstock hinter dem Maximum Drawdown gesteckt hat, ist eine isolierte Aussage kaum möglich. Allerdings sollte der Maximum Intraday Drawdown im Vergleich zum Startkapital nicht übermäßig hoch sein. Um den wahren erwarteten Drawdown zu bestimmen, ist es wichtig, in Prozentzahlen zu rechnen. Der maximale Drawdown sollte, wenn er auftritt, in Prozent angegeben werden. Dann ist es leicht, diese Angabe auf den heutigen Markt zu übertragen und eine realistische Vorstellung vom maximalen Drawdown zu erhalten.

Im Folgenden wird der im Betrachtungszeitraum vom automatisierten Handelssystem K9 erwirtschaftete Maximum Intraday Drawdown dargestellt.


Der Average Drawdown ist eine geeignete Kennzahl, um das durchschnittliche Verlustpotenzial des Handelssystems anhand des Kursverlaufs im Betrachtungszeitraum zu ermitteln und als künftige Größe anzugeben. Kursrückschläge sowohl für Long- als auch für Short- Positionen werden vom Average Drawdown getrennt voneinander erfasst, indem vom Einstiegspunkt innerhalb jeder Zeiteinheit des Betrachtungszeitraums die jeweils größte Abweichung entgegen der gewählten Positionierung gemessen wird. Auf diese Weise wird das »empirisch ermittelte« Verlustpotenzial (Drawdown) erhalten. Nicht in jeder Zeiteinheit muss zwangsläufig ein Drawdown entstehen, er entsteht nur dann, wenn sich die Position entgegen der Erwartung des Traders entwickelt und in den Verlustbereich gelangt. Berechnet wird der Average Drawdown letztendlich durch die Summation aller einzelnen Drawdowns für die jeweilige Positionierung im Betrachtungszeitraum und anschließende Division durch die Anzahl aller Zeiteinheiten im Betrachtungszeitraum. Das bedeutet, dass im Normalfall für Short-Positionen ein anderer Average Drawdown berechnet wird als für Long-Positionen. Diese Fallunterscheidung ist unbedingt notwendig, da sich bei unsymmetrischem Kursverlauf für Long-Positionen andere Verlustpotenziale ergeben als bei Short- Positionen. Nachdem eine beliebige Position eröffnet wurde, ist dem System stets bekannt, ob der Drawdown je nach Positionierungsrichtung bei steigenden oder sinkenden Kursen entstehen wird. Nur die für die Berechnung relevanten Werte werden berücksichtigt, die anderen hingegen ausgefiltert. Treten im Betrachtungszeitraum nur sehr wenige oder sehr geringe Drawdowns auf, wird der durchschnittliche Drawdown verringert, womit das Verlustpotenzial geringer wird. Sehr volatile Titel werden daher tendenziell zu höheren Werten des Average Drawdowns führen als weniger volatile Aktien. Schließlich sind die volatilen Werte grundsätzlich mit einem höheren Risiko behaftet. Nachfolgend soll an einem Beispiel veranschaulicht werden, wie groß der Drawdown für eine Long-Position (Fall a) und anschließend im selben Beispiel für eine Short- Position (Fall b) ist.
a) Long-Position:
Im obigen Beispiel besteht der Betrachtungszeitraum aus 16 Zeiteinheiten. Nach einer Positionseröffnung zu Beginn der ersten Zeiteinheit sind alle diejenigen Zeiteinheiten fortlaufend mit den Ziffern von 1 bis 11 gekennzeichnet, bei denen im Betrachtungszeitraum ein Drawdown auftrat. Diese elf Werte müssen addiert und anschließend durch 16 dividiert werden. Das Ergebnis ist der Average Drawdown für eine Long-Position.

b) Short-Position:
Für Short-Positionen gelten die gleichen Grundsätze. Hätte ein Trader im gleichen Beispiel zu Beginn der ersten Zeiteinheit anstelle einer Long-Position eine Short-Position eröffnet, wären andere Verlustpotenziale ermittelt worden, da in diesem Fall das Verlustpotenzial nicht in den Kursrückgängen steckt, sondern in unerwarteten Kursanstiegen. Zur Berechnung müssen wie im Fall a) diesmal die zehn verschiedenen Drawdowns der Short-Position innerhalb des Betrachtungszeitraums summiert und anschließend durch die 16 Zeiteinheiten dividiert werden. In diesem Fall ist der Average Drawdown für die Short-Positionen erhalten. Ein Vergleich der beiden verschiedenen Werte des Average Drawdown führt zu der Feststellung, dass die Werte für die Short-Positionen kleiner sind als die der Long-Position. Dies ist nur auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Schwankungen unterhalb des Einstiegs heftiger ausgefallen sind als oberhalb. Dies muss aber nicht zwangsläufig so sein.


Da das automatisierte Handelssystem K9 in verschiedene Aktien der NASDAQ 100 und mit stark divergierenden Kurswerten investiert hat, ist eine sinnvolle Ermittlung und Berechnung des Average Drawdown innerhalb des Betrachtungszeitraums nicht möglich. Eine solche Auswertung bietet sich ausschließlich isoliert für eine einzelne Aktie an. Der Average Drawdown einer Google-Aktie ist entsprechend anders zu bewerten als der von Microsoft. Ebenso spielt eine Berücksichtigung der jeweiligen Schwankungsbreite zur Interpretation des Average Drawdown eine wichtige Rolle.